Betreuung und Bildung ermöglichen Familien, dauerhaft in Dresden ihren Lebensmittelpunkt zu wählen
[Dresdner Kurier, 14.11.2011] Sie freuten sich, dass die Entwicklung der vergangenen Jahre ungebrochen anhalte – sogar stärker ist als bisher angenommen, so Dresdens Erster Bürgermeister Dirk Hilbert über die aktuellen Entwicklungen:
Gemeinsam mit der Technischen Universität Dresden, dem Institut für ökologische Raumentwicklung und dem Stadtplanungsamt hat die kommunale Statistikstelle die Bevölkerungsprognose 2011 entwickelt. Bisher seien sie davon ausgegangen, dass im Jahr 2025 die Gesamtbevölkerung bei etwa 530.000 Einwohnern liege; jetzt seien 550.000 wahrscheinlich, sagt Christian Eichner, Leiter der Statistikstelle der Landeshauptstadt Dresden. Bei ihren Untersuchungen sei deutlich geworden, dass auch der Anteil der Kinder bis sechs Jahre in den kommenden Jahren merklich höher ausfallen werde. Neben den weiter steigenden Geburten habe sich auch das Verhalten bei Um- und Wegzügen verändert. Dies sei so in der Vergangenheit laut Eichner nicht absehbar gewesen.
Dresden habe sich zu einer modernen Stadt mit moderner Infrastruktur entwickelt. Dies spürten die Menschen und so sei auch nicht verwunderlich, dass immer mehr ihren Lebensmittelpunkt in Dresden suchten und fänden, Hilbert. Neben der positiven wirtschaftlichen Entwicklung seien auch die guten Angebote in Betreuung und Bildung dafür verantwortlich, dass Familien dauerhaft in Dresden ihren Lebensmittelpunkt fänden. Er sehe sich ausdrücklich auf dem politischen Weg bestätigt, dass sie weiter in Kitas und Schulen investieren müssten und so Dresden zu einem Bildungsmotor Deutschlands machten.
Die Stadtverwaltung müssen nun auch auf diese neuen Prognosen reagieren. Hilbert will gar nicht verhehlen, dass diese Bevölkerungsentwicklung eine echte Herausforderung ist. Aber es sei eine gute Herausforderung und weitaus besser, als die Situation Anfang der 1990er-Jahre, als sie zahlreiche Kitas und Schulen in Dresden hätten schließen müssen.
Insbesondere der Geschäftsbereich Soziales setze sich intensiv mit dem gestiegenen Platzbedarf in Krippen und Kindergärten auseinander. Es stehe außer Frage, dass sie den ab August 2013 gültigen Rechtsanspruch für 0- bis 3-Jährige erfüllen könnten und sie erfüllten den bestehenden Rechtsanspruch für alle Kindergartenkinder auch weiterhin, betont Bürgermeister Martin Seidel. Insgesamt brauche es in den Krippen und Kindergärten rund 2.100 Plätze mehr als bisher geplant. Dies sei eine Mammutaufgabe, zumal der Großteil der neuen Plätze sehr kurzfristig gebraucht werde und sie bereits seit Juli 2011 am Ausbau von rund 1.700 zusätzlichen Betreuungsplätzen mit einem Investitionsumfang von rund 25,6 Millionen Euro für die nächsten Jahre arbeiteten. Das könnten sie nicht alleine stemmen. Eine Säule des derzeit im Entwurf stehenden Maßnahmepakets werde deshalb neben dem Ausbau der Kindertagespflege um weitere 250 Plätze auch der Ausbau betriebsnaher Angebote um rund 360 Plätze sein, denn der Vorteil einer bedarfsgerechten Kindertagesbetreuung liege nicht nur bei den Familien, sondern auch den Dresdner Unternehmen, so Seidel.
Auch die Schulnetzplanung sei betroffen – die Kinder kämen spätestens in sechs Jahren in den Schulen an. Deshalb würden sie die Schulnetzplanung nicht wie bisher alle fünf Jahre fortschreiben, sondern schon nach zwei Jahren evaluieren, sagt Bürgermeister Winfried Lehmann. Er zeigt sich überzeugt davon, dass die Investitionen für Schulen gegenüber ihren bisherigen Planungen weiter deutlich aufgestockt werden müssten.
Insgesamt beziffert Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann den aus dem Zuwachs in der Bevölkerungsprognose entstandenen Mehrbedarf auf rund 131 Millionen Euro bis 2015. Aber auch danach würden noch erhebliche zusätzliche Investitionen in den Schulbereich notwendig sein.
Hilbert betont, dass sie dem Stadtrat keine Investitionen vorschlagen würden, die sich später als überflüssig erweisen. Auch Dresden werde irgendwann den demographischen Wandel hin zu einer älteren Gesellschaft zu spüren bekommen. Deshalb müssten alle Vorhaben so „gestrickt“ sein, dass sie den kurz- und mittelfristigen Bedarf zwar deckten, trotzdem aber nachhaltig seien.

